Ragù alla Bolognese – das Originalrezept mit Tagliatelle
Nein, ein echtes Ragù alla Bolognese ist keine flotte Hackfleisch-Tomatensoße. Es besteht aus ausgewählten und wenigen Zutaten wie Rinderhackfleisch, Pancetta, fein geschnittenem Gemüse, Wein, einer vergleichsweise kleinen Menge Tomate und etwas Milch. Anschließend darf ein echtes Ragù für mehrere Stunden in Ruhe schmoren.
Grundlage für dieses Originalrezept ist die 2023 aktualisierte Rezeptur der Accademia Italiana della Cucina, die am 20. April 2023 in der Handelskammer von Bologna hinterlegt wurde.
Ragú alla Bolognese - Das Original
Genießen Sie das authentische Ragú alla Bolognese, das mit einer perfekten Kombination aus Rinderhackfleisch, Pancetta und frischem Gemüse zubereitet wird. Diese reichhaltige und aromatische Sauce ist ideal für Pasta und bringt den Geschmack Italiens direkt auf Ihren Tisch.
- Author
- Essig & Öl Compagnie
- Prep Time
- 30 minutes
- Cook Time
- 3 hours
- Servings
- 6
- Category
Abendessen
- Cuisine
Italienisch
Ingredients
- 400 g Rinderhackfleisch
- 150 g Pancetta, fein gewürfelt
- 240 g San Marzano Tomaten, zerkleinert zu einem Püree
- 200 ml Rotwein
- 500 g Tagliatelle
- 1 Zwiebel, fein gehackt (ca 60 g)
- 1 Möhre ( ca 60 g)
- 1 Selleriestange (ca 60 g)
- 2 EL Tomatenmark
- 1 kleine Tasse heiße Gemüse- oder Fleischbrühe
- 1 Glas Vollmilch, optional
- 3 Esslöffel natives Olivenöl extra
- Salz und Pfeffer
Directions
- Erhitzen Sie 3 Esslöffel natives Olivenöl extra in einer schweren Pfanne.
- Fügen Sie 150 g fein gewürfelte Pancetta hinzu und lassen Sie sie bei mittlerer Temperatur langsam auslassen, bis das Fett leicht transparent wird.
- Geben Sie 1 fein gehackte Zwiebel, 1 Möhre und 1 Selleriestange hinzu und dünsten Sie das Gemüse bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam an.
- Erhöhen Sie die Temperatur und fügen Sie 400 g Rinderhackfleisch hinzu. Braten Sie es unter stetigem Rühren rund 10 Minuten an.
- Löschen Sie mit Wein ab und lassen Sie ihn vollständig einkochen.
- Zerkleinern Sie 240 g San Marzano Tomaten zu einem Püree und rühren Sie 2 EL Tomatenmark und das Tomatenpüree unter.
- Gießen Sie eine kleine Tasse heiße Brühe dazu und lassen Sie das Ragù bei niedriger Hitze mit geschlossenem Deckel mindestens 2,5 Stunden schmoren.
- Optional: Rühren Sie zur Hälfte der Garzeit ein Glas Vollmilch ein.
- Schmecken Sie das Ragù mit Salz und Pfeffer ab.
- Kochen Sie 500 g Tagliatelle in reichlich gesalzenem Wasser nach Packungsanleitung und vermengen Sie sie direkt mit der Sauce.
Warum eignen sich San-Marzano-Tomaten?
In einem Ragù spielen die Tomaten eine, wenn auch sehr wichtige, Nebenrolle, denn das Ragù übernimmt hier das Rampenlicht. Im hinterlegten Originalrezept werden daher nur 200 Gramm pürierte Tomaten und ein Esslöffel Tomatenmark verwendet.
Wir verwenden gerne San-Marzano-Tomaten, denn diese Sorte ist perfekt für Schmorgerichte. Sie besitzt ein dichtes, fleischiges, nicht zu wässriges Fruchtfleisch, was den Sugo sämig macht, und einen ausgesprochen süßlichen Geschmack, der besonders bei langen Schmorzeiten zur Geltung kommt, wenn der Zucker karamellisiert.
Warum Pancetta und kein anderer Speck?
Für die originale Rezeptur verwenden wir ungeräucherte Pancetta vom Schwein. Sie wird fein gewürfelt und schonend in der Pfanne ausgelassen. Dabei schmilzt ein Teil des Fetts und bildet gemeinsam mit dem Olivenöl eine geschmackvolle Grundlage für Gemüse und Hackfleisch.
Speck mit rauchigem Aroma oder Bacon sind kein Ersatz, denn ihr kräftiges Raucharoma würde den typischen Geschmack des Ragùs zu sehr verändern. Geräucherte Pancetta wird in der hinterlegten Rezeptur deshalb als nicht zulässige Variante genannt.
Warum sollte das Gemüse nicht in den Mixer?
Zwiebel, Karotte und Sellerie werden laut Originalrezept fein auf dem Schneidebrett gehackt. Von der Verwendung eines Mixers oder Pürierstabs wird ausdrücklich abgeraten.
Der Grund: Beim Mixen tritt zu viel Flüssigkeit aus dem Gemüse. Im Topf würde das Gemüse daher eher zu kochen beginnen, anstatt langsam im Fett weich zu dünsten.
Von Hand geschnittenes und gehacktes Gemüse behält zunächst mehr Struktur und gibt sein Aroma gleichmäßiger an die anderen Zutaten ab. Während der langen Garzeit wird es dennoch so weich, dass später keine auffälligen Gemüsestücke im Ragù zurückbleiben.
Warum muss das Ragù so lange schmoren?
Das Geheimnis eines leckeren Ragùs liegt in der langen Schmorzeit. Seine cremige Konsistenz entsteht allein durch langsames Garen und die Verbindung aller Zutaten.
Während der Schmorzeit werden Fleisch und Gemüse zart und weich und überschüssige Flüssigkeit verdampft. Gleichzeitig verbindet sich alles zu einer kräftigen Soße.
Das würde sich allein durch hohe Temperaturen oder eine kurze Kochzeit nicht erreichen lassen.
Warum Tagliatelle und keine Spaghetti?
Spaghetti Bolognese? Gibt es in Bologna nicht. Hier wird Ragù traditionell mit Tagliatelle aus Eiern serviert. Denn erstens wirkt der Geschmack einer guten Eiernudel im Zusammenspiel mit dem Ragù viel homogener und zweitens besitzen die breiten Nudeln eine große Oberfläche, an der die kräftige und stückige Fleischsoße gut haften kann.
Spaghetti sind dafür zu schmal und glatt. Das schwere Ragù verbindet sich nicht. Die Folge: Das Ragù liegt unten und die Spaghetti oben drauf.
Für unser Rezept verwenden wir Tagliatelle aus Campofilone mit einem hohen Eianteil.
Darf man Olivenöl über das fertige Ragù geben?
Wir lieben gutes Olivenöl fast immer und zu allem – über ein Ragù alla Bolognese würden wir es abernicht geben. Das hat uns unser Gaumen gelehrt.
Das Olivenöl im Rezept wird lediglich zum Anbraten verwendet und tritt später geschmacklich kaum hervor. Zum Verfeinern des fertigen Ragùs passt ein zusätzlicher Schuss Olivenöl unserer Meinung nicht und wird im Originalrezept auch nicht erwähnt.
Die häufigsten Fragen zu einem Ragu
Welche Tomaten eignen sich für Ragù alla Bolognese?
Wir verwenden süße San-Marzano-DOP-Tomaten vom Vesuv aus der Dose und pürieren sie mit etwas Tomatensaft. Ihr Fruchtfleisch ist fleischig, wenig wässrig und daher gut für ein sämiges Ragù geeignet. Die Süße der Tomaten begleitet zudem den Geschmack des Fleisches perfekt.
Kann ich statt Pancetta normalen Speck verwenden?
Das Wichtigste: Für den originalen Geschmack muss ungeräucherte Pancetta verwendet werden. Geräucherter Speck oder Bacon verleihen dem Ragù ein starkes Raucharoma und gehören laut der hinterlegten Rezeptur nicht in das Rezept.
Muss Milch in das Ragù?
Nein, die Vollmilch ist optional. Aber sie macht das Ragù weicher und runder.
Wie lange muss Ragù alla Bolognese schmoren?
Das Ragù sollte mindestens zwei bis drei Stunden bei niedriger Temperatur schmoren.
Warum wird für das Ragù nur wenig Tomate verwendet?
Ragù alla Bolognese ist in erster Linie eine Fleischsoße und keine Tomatensoße. Die Tomaten sorgen für Fruchtigkeit und Bindung, während Rindfleisch, Pancetta und Gemüse geschmacklich im Mittelpunkt bleiben.
Kann ich das Ragù am Vortag zubereiten?
Ja. Ragù alla Bolognese lässt sich wunderbar vorbereiten. Nach einer Nacht im Kühlschrank schmeckt das Ragù häufig noch besser. Erwärmen Sie es am nächsten Tag behutsam und geben Sie eventuell eine kleine Menge Wasser hinzu.
Kann man Ragù alla Bolognese einfrieren?
Ja, das geht. Lassen Sie das Ragù vollständig abkühlen und frieren Sie es in gut verschlossenen Behältern ein. Die Tagliatelle müssen aber immer frisch gekocht werden. Die Nudeln würden matschig werden.
Welches Fleisch eignet sich für Ragù alla Bolognese?
Traditionell wird grobes Rinderhackfleisch verwendet. Auch eine Mischung aus etwa 60 Prozent Rindfleisch und 40 Prozent Schweinefleisch ist als Variante zugelassen.
Gehören Knoblauch und italienische Kräuter in das Ragù?
Nein. Knoblauch, Rosmarin, Petersilie und weitere Kräuter sind in der hinterlegten Originalrezeptur nicht vorgesehen.
Darf ich das Gemüse mit dem Mixer zerkleinern?
Besser nicht. Das Gemüse sollte für das originale Ragù alla Bolognese mit dem Messer klein gehackt werden. Ein Mixer lässt viel Flüssigkeit austreten. Dadurch verringern sich die Kocheigenschaften den Gemüses.
Der Autor
Ich bin Bastian und seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit hochwertigem Essig, Öl, Feinkostspezialitäten und den geschmacklichen Unterschieden der einzelnen Produkte. Auch privat liebe ich es, mediterran zu kochen – natürlich mit gutem Olivenöl. In meiner Küche stehen immer verschiedene Olivenöle und Essige griffbereit, um das Beste für unseren Gaumen herauszukitzeln.
Mich begeistert vor allem die italienische Küche, die von ihrer Einfachheit und der Qualität guter Zutaten lebt und so viele Genießer auf der ganzen Welt glücklich macht.