Mythos oder Wahrheit: Pasta-Irrtümer aufgedeckt
Pasta kochen ist einfach. Umso spannender, dass sich rund um das Thema viele Regeln halten, die so gar nicht nötig sind: vom Öl im Kochwasser bis zum Abschrecken unter kaltem Wasser. Es ist Zeit, mit ein paar Pastamythen – die das Kochen eher kompliziert als einfach machen – aufzuräumen.
Mythos 1: Öl im Kochwasser verhindert, dass Pasta klebt
Wir erinnern uns daran, dass selbst unsere Eltern, die ja lange in Italien lebten, einen Schuss Öl ins Wasser gaben. Warum, wissen sie heute auch nicht mehr. Es klingt sinnvoll, bringt aber nichts. Im Gegenteil, es schadet sogar, denn die Sauce kann an der öligen Nudel nicht mehr gut haften.
Verfeinern Sie Ihr Pasta-Gericht am besten erst mit einem guten Olivenöl, wenn sich die Nudeln bereits mit der Sauce verbunden haben.
Mythos 2: Pasta braucht riesige Mengen Wasser
Pasta braucht genügend Wasser, damit sie gleichmäßig garen kann. Halten Sie sich an die Faustregel: ca. 1 Liter pro 100 Gramm Pasta.
Wichtig ist vor allem, dass die Pasta vollständig im Wasser liegt und während des Kochens regelmäßig bewegt wird. Haben die Nudeln keine Bewegungsfreiheit, ist es definitiv zu wenig Wasser.
Etwas weniger Wasser hat aber einen interessanten Nebeneffekt: Das Kochwasser wird stärkereicher. Und da kommen wir auch schon zu Mythos 3.
Mythos 3: Pastawasser kann nach dem Kochen weg
Bevor die Pasta abgegossen wird, lohnt es sich fast immer, etwas Kochwasser aufzuheben.
Beim Kochen gibt die Pasta Stärke an das Wasser ab. Zwei bis drei Esslöffel stärkehaltiges Kochwasser können eine Tomatensauce gleich cremiger werden lassen.
Mythos 5: Parmesan gehört auf jede Pasta
Parmesan ist großartig zu Pasta, aber er gehört nicht zu jedem Gericht. Sicherlich passt Parmesan ganz herrlich zu einem Ragù oder einer schlichten Tomatensauce, aber viele Gerichte, zum Beispiel solche mit feinen Meeresfrüchten, würden unter seinem Geschmack untergehen.
Andere klassische Gerichte verlangen eher nach Pecorino. Cacio e Pepe, Arrabbiata oder Carbonara sind dafür bekannte Beispiele.
Wer wissen möchte, welcher italienische Käse zu welchem Pastagericht passt, findet dazu mehr in unserer Warenkunde „Käse zu Pasta“.
Mythos 6: Salz kann man auch später über die Pasta geben
Salz gehört ins Kochwasser – nicht erst auf den fertigen Teller. Während des Kochens nimmt die Pasta Wasser und damit auch etwas Salz auf. So wird sie von innen gewürzt.
Für 1 Liter Wasser nehmen Sie ungefähr 10 g Salz als gute Orientierung. Das klingt erst einmal sehr viel, aber 95 % des Salzes bleiben am Ende im Kochwasser zurück.
Wer mit sehr salzigen Zutaten wie Pecorino, Parmesan, Sardellen oder Kapern kocht, kann etwas zurückhaltender salzen.
Wird das Salz erst nach dem Kochen zugegeben, lässt sich dieser Effekt nicht mehr nachholen: Die Oberfläche wird salziger, die Pasta selbst bleibt vergleichsweise fade.
Der Autor
Ich bin Bastian und seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit hochwertigem Essig, Öl, Feinkostspezialitäten und den geschmacklichen Unterschieden der einzelnen Produkte. Auch privat liebe ich es, mediterran zu kochen – natürlich mit gutem Olivenöl. In meiner Küche stehen immer verschiedene Olivenöle und Essige griffbereit, um das Beste für unseren Gaumen herauszukitzeln.
Mich begeistert vor allem die italienische Küche, die von ihrer Einfachheit und der Qualität guter Zutaten lebt und so viele Genießer auf der ganzen Welt glücklich macht.