Arganöl: Das Gold aus Marokko
Arganöl zählt zu den wertvollsten Pflanzenölen der Welt.
Das liegt an drei Dingen: seiner seltenen Herkunft, der aufwendigen Gewinnung und seiner besonderen Zusammensetzung. Es wird aus den Kernen der Arganfrucht gewonnen. Der Arganbaum, botanisch Argania spinosa, wächst vor allem im Südwesten Marokkos.
Arganöl besteht zu einem großen Teil aus ungesättigten Fettsäuren. Besonders prägend sind Ölsäure und Linolsäure. Dazu kommen natürliche Fettbegleitstoffe wie Tocopherole, Phytosterole, Polyphenole und Squalen. Seine Inhaltsstoffe ähneln zwar auch anderen Ölen, aber die Art wie sie kombiniert sind, macht Arganöl so besonders.
Für die Küche ist vor allem geröstetes Arganöl interessant. Es schmeckt intensiv nussig, warm und leicht mandelartig. Es passt zu Couscous, Tajine, Ofengemüse, Hülsenfrüchten, Dips, Salaten und Brot.
Natives Arganöl ist milder. Es wird aus ungerösteten Kernen gewonnen und eignet sich für feine Speisen sowie zur sparsamen äußerlichen Anwendung auf Haut und Haar.
Arganöl kaufen - Welches ist das Richtige
Die wichtigste Kaufentscheidung lautet: geröstet oder nativ?
Beide Varianten sind sinnvoll. Sie erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.
Geröstetes Arganöl ist die richtige Wahl, wenn Sie ein intensives Speiseöl für die Küche suchen.
Natives Arganöl ist die bessere Wahl, wenn Sie ein mildes, vielseitiges Öl möchten, das auch für Haut und Haar geeignet ist.
Arganöl Infobox
- Herkunft: Südwest-Marokko
- Gewinnung: Kaltpressung aus den Kernen der Arganfrucht
- Farbe: goldgelb bis gelblich-orange
- Geruch & Geschmack: geröstet deutlich nussig, nativ leicht nussig mit leicht erdigen oder säuerlichen Unterton
- Verwendung: innerlich als Speiseöl oder Nahrungsergänzung, äußerlich für Haut und Haar
- Haltbarkeit: gut; kühl, dunkel und gut verschlossen lagern
Für was eignet sich Arganöl?
Bei Arganöl wird oft nach der „Wirkung“ gefragt.
Die Antwort lautet: Arganöl ist ein sehr hochwertiges Lebensmittel mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen, die unsere Ernährung vollwertiger machen. Es ist aber kein Heilmittel.
Arganöl kann Speisen geschmacklich aufwerten. Es liefert ungesättigte Fettsäuren und natürliche Pflanzenbegleitstoffe wie Vitamin E.
Natives Arganöl kann außerdem Haut und Haar pflegen und geschmeidiger wirken lassen.
-
Speiseöl
Am besten geröstetes Arganöl zu Wurzelgemüse, Salat oder Tajine
-
Nahrungsergänzung
Ungeröstetes Arganöl: 1-3 Teelöffel pur am Tag
-
Kosmetik
Ungeröstetes Arganöl: Für Haut und Haar
Unsere Arganöle im Vergleich
-
Arganöl geröstet
Zu Arganöl geröstet - Ölmühle Solling- Anbau: Bio
- Geschmack: intensiv nussig, geröstet, warm
- Verwendung: Küche, Finish, orientalische Gerichte
- Passt zu: Couscous, Tajine, Gemüse, Dips, Brot
- Für Kosmetik: Nein
- Empfehlung: Wenn Geschmack im Vordergrund steht
-
Arganöl ungeröstet
Zu Arganöl ungeröstet - Ölmühle Solling- Anbau: Bio
- Geschmack: mild, dezent nussig, leicht erdig und säuerlich
- Verwendung: Küche, Kosmetik, Nahrungsergänzung
- Passt zu: Dressings, Bowls, Joghurt, milde Speisen
- Für Kosmetik: Ja
- Empfehlung: wenn Nährstoffe im Vordergrund stehen
Wozu passt Arganöl?
Arganöl passt besonders gut zu nussigen, süßlichen, erdigen und orientalischen Aromen. Und das alles finden wir in einer Tajine.
Außerdem passt vor allem geröstetes gut zu:
- Hummus mit geröstetem Arganöl statt Olivenöl.
- Rote-Bete-Salat mit Ziegenkäse und Nüssen.
- Couscous mit Kräutern, Kichererbsen und Trockenfrüchten.
- Fladenbrot mit Arganöl, Salz und Gewürzen.
Rezepte mit Arganöl
Das passt zu Arganöl
-
Soul Spice - Ras el Hanout, BIO, Fair Trade, 50g
Normaler Preis €7,90Normaler PreisGP: €158,00 / kg | Inhalt: 50 g€0,00Verkaufspreis €7,90 -
Kichererbsen aus Umbrien von Fortunati
Normaler Preis €3,60Normaler PreisGP: €10,29 / kg | Inhalt: 350 g€0,00Verkaufspreis €3,60 -
OMED Yuzu Essig, 250ml
Normaler Preis €16,90Normaler PreisGP: €67,60 / l | Inhalt: 250 ml€0,00Verkaufspreis €16,90Fruchtig & Süß -
Sesam Yuzu - Topping - Reingold
Normaler Preis €9,90Normaler PreisGP: €110,00 / kg | Inhalt: 90 g€0,00Verkaufspreis €9,90
Inhaltsstoffe von Arganöl: Was sie im Körper bewirken können
-
Ölsäure
Etwa 45–50 % Anteil. Ölsäure ist eine einfach ungesättigte Fettsäuren und besonders wertvoll für unseren Körper. Mehr als ein Drittel unserer täglichen Fettsäuren sollte hieraus bestehen.¹
-
Linolsäure
Etwa 30–40 % der Fettsäuren bestehen aus
Linolsäure. Sie ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Linolsäure ist Bestandteil von Zellmembranen und wird für normale Körperfunktionen benötigt. -
Gesättigte Fettsäuren
Etwa 15–23 % Anteil. Arganöl enthält gesättigte Fettsäuren nur in moderater Menge. Dazu zählen vor allem Palmitinsäure und Stearinsäure. Sie liefern Energie und ergänzen das Fettsäureprofil, stehen aber nicht im Mittelpunkt der ernährungsphysiologischen Bewertung von Arganöl.
-
Squalen, Polyphenole, Carotinoide und Triterpenalkohole
Sie ergänzen das hautrelevante Begleitstoffprofil von Arganöl, weil sie antioxidativ wirken können, das Lipidprofil der Haut unterstützen und in der Forschung mit Schutz vor oxidativem Stress sowie pflegenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.
-
Tocopherole (Vitamin E)
Arganöl enthält bemerkenswerte Mengen an Tocopherolen. Diese Vitamin-E-Verbindungen gehören zu den natürlichen Antioxidantien. Im Körper trägt Vitamin E dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
-
Phytosterole:
Phytosterole sind pflanzliche Fettbegleitstoffe. Sie ähneln in ihrer Struktur dem Cholesterin und können im Darm mit Cholesterin um die Aufnahme konkurrieren. In Arganöl sind besonders Schottenol und Spinasterol charakteristisch. Sie gehören zu den Stoffen, die das Öl ernährungsphysiologisch interessant und analytisch erkennbar machen.
So wirkt Arganöl: Das ist die Studienlage
Arganöl wirkt nicht durch einen einzelnen „Wunderstoff“, sondern durch das Zusammenspiel seiner besonderen Fettzusammensetzung mit natürlichen Begleitstoffen.
Für die Haut ist vor allem die Kombination aus Lipiden und antioxidativ wirksamen Begleitstoffen interessant. Studien deuten darauf hin, dass Arganöl die Hautfeuchtigkeit unterstützen und die Hautbarriere positiv beeinflussen kann.² Auch der antioxidative Status der Haut und ihre Schutzfunktion gegenüber freien Radikalen werden in der Forschung im Zusammenhang mit fettlöslichen Pflanzenstoffen untersucht.³
Für die Haare ist Arganöl besonders als Pflegeöl spannend. Es kann die Haaroberfläche glätten, trockene Spitzen geschmeidiger wirken lassen und strapaziertes Haar nach chemischen Behandlungen pflegen. In einer Untersuchung wurde ein schützender Effekt von Arganöl auf gefärbtes Haar beschrieben.⁴
Auch zur innerlichen Verwendung gibt es wissenschaftliche Untersuchungen an Tieren, mit positiven Auswirkungen zu oxidativem Stress, Insulinresistenz und Blutdruck.⁵ Wichtig ist dabei die Einordnung: Ergebnisse aus Tiermodellen lassen sich nicht direkt als Gesundheitsversprechen für Menschen übertragen.
Nüchtern bewertet
Arganöl ist sehr wertvoll wegen seiner Fettsäuren und Begleitstoffe. Es kann eine hochwertige Ernährung ergänzen, ersetzt aber alleine keine ausgewogene Ernährung und keine medizinische Behandlung.
Arganöl als Hautpflege
Für die Haut eignet sich vor allem natives, ungeröstetes Arganöl. Es enthält ungesättigte Fettsäuren, Vitamin-E-Verbindungen sowie natürliche Begleitstoffe wie Squalen, Polyphenole und Phytosterole. Vitamin E trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei;
Squalen ist zudem ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Hauttalgs. Dadurch kann Arganöl die Hautpflege sinnvoll ergänzen und trockene Haut geschmeidiger wirken lassen. Wenige Tropfen reichen aus. Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich ein Test an einer kleinen Stelle.
Haarpflege mit Arganöl
Für Haare wird natives Arganöl vor allem zur Pflege trockener Spitzen und strapazierter Längen verwendet. Es enthält ungesättigte Fettsäuren und Vitamin-E-Verbindungen, die das pflegende Profil des Öls ergänzen. Arganöl kann helfen, das Haar geschmeidiger wirken zu lassen und trockene Partien zu glätten. Dafür reichen wenige Tropfen in den Spitzen. Alternativ kann Arganöl vor dem Waschen als kurze Ölkur verwendet und anschließend ausgespült werden. Geröstetes Arganöl ist für die Küche gedacht; für die Haarpflege ist natives Arganöl die bessere Wahl.
Warum ist Arganöl so teuer?
Arganöl ist teuer, weil es nur in begrenzter Menge verfügbar ist und seine Gewinnung viel Handarbeit erfordert.
Der Arganbaum wächst traditionell vor allem im Südwesten Marokkos. Die Rohstoffmenge ist dadurch begrenzt. Gleichzeitig steckt das Öl nicht im Fruchtfleisch, sondern in den Samen der Arganfrucht.
Bis diese Samen gepresst werden können, sind mehrere Arbeitsschritte nötig. Die Früchte werden gesammelt, getrocknet und vom Fruchtfleisch befreit. Danach müssen die sehr harten Argankerne geöffnet werden.
Dieser Schritt ist besonders aufwendig. Traditionell wird das Knacken der Kerne vor allem von Frauen übernommen, häufig in Frauenkooperativen. Erst im Inneren liegen die ölhaltigen Arganmandeln, aus denen später das Öl gepresst wird.
Für eine kleine Menge Arganöl braucht es also viel Rohware, Zeit und Erfahrung. Genau diese Kombination aus begrenzter Herkunft, geringem Ertrag und arbeitsintensiver Gewinnung macht echtes Arganöl deutlich kostbarer als viele andere Pflanzenöle.
Woran erkenne ich gutes Arganöl?
Arganöl ist teuer, begehrt — und nicht jedes Öl hält, was das Etikett verspricht. Hygiene bei der Rohware, Wasserzugabe bei der traditionellen Herstellung, langer Sauerstoffkontakt oder sogar Panscherei können die Qualität deutlich mindern.
Wer gutes Arganöl erkennen will, sollte deshalb nicht nur auf „bio“ und „kaltgepresst“ achten, sondern auch Herkunft, Preis, Zertifikate, Geruch, Geschmack und Hautgefühl prüfen. In diesem Beitrag zeigen wir, woran Sie hochwertiges Arganöl erkennen — und welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten.
Kann ich mit Arganöl braten?
Arganöl ist kein klassisches Bratöl. Auch wenn manche Produktbeschreibungen es grundsätzlich für warme Speisen nennen, ist es kulinarisch und ernährungsphysiologisch sinnvoller, Arganöl erst nach dem Garen über das Gericht zu geben. Die Öle sind reich an ungesättigten Fettsäuren und enthalten empfindliche Begleitstoffe wie Tocopherole und Polyphenole. Hohe Hitze kann Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe beeinträchtigen.
Praktisch bedeutet das: Gemüse, Fisch, Fleisch oder Couscous normal garen und Arganöl erst auf dem Teller oder kurz vor dem Servieren hinzufügen. So bleibt der nussige Geschmack am besten erhalten.
Zum Merken
Öle mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind für starkes Erhitzen weniger geeignet. Sie sind hitzeempfindlicher und können bei zu hohen Temperaturen schneller oxidieren oder sich zersetzen. Wird ein Öl überhitzt oder beginnt zu rauchen, können gesundheitlich bedenkliche Stoffe entstehen, darunter Acrolein.
Wie lagere ich Arganöl und wie lange ist es haltbar?
Arganöl ist durch seine natürlichen Vitamin-E-Verbindungen relativ gut geschützt, sollte aber trotzdem sorgfältig gelagert werden. Ungeöffnet gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Flasche.
Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, Arganöl innerhalb 3-6 Monaten zu verbrauchen.
Lagern Sie es kühl, dunkel und gut verschlossen – am besten nicht neben Herd, Fenster oder Heizung. Das fördert die Alterung des Öls. Riecht das Öl ranzig, muffig oder stechend, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Der Autor
Die Aromen kaltgepresster Speiseöle entzücken unseren Gaumen seit vielen Jahren. Deshalb beschäftigt sich die Essig & Öl Compagnie seit 30 Jahren mit hochwertigen Speiseölen – von Olivenöl über Walnussöl und Leinöl bis hin zu Kürbiskernöl.
Bastian Jendral widmet sich diesem Thema seit 2008 mit besonderer Leidenschaft. Er steht im direkten Austausch mit ausgewählten Ölmühlen und Produzenten und bezieht die Öle ausschließlich direkt von den Herstellern. In seinen Artikeln schreibt er über Qualität, Herstellung und Geschmack und zeigt, dass gute Speiseöle mehr sind als Küchenzutaten.
Quellenangaben:
1 | Gesundheitsforschung BMFTR:Gutes Fett, schlechtes Fett, 27.04.2026, https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/gutes-fett-schlechtes-fett-8035.php (abgerufen am 15.06.2026).
2 | Boucetta, K. Q.; Charrouf, Z.; Aguenaou, H.; Derouiche, A.; Bensouda, Y. (2013): Does Argan oil have a moisturizing effect on the skin of postmenopausal women? Skin Research and Technology, 19, S. 356–357. DOI: 10.1111/srt.12051. Abruf über ResearchGate am 15.06.2026.
3 | Friedrich, A. (2015): Einfluss oral eingenommener Carotinoide auf den antioxidativen Status der Haut, die Radikalschutzfunktion der Haut und auf das Lipidprofil der Haut. Dissertation, vorgelegt an der Medizinischen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin. Verfügbar über Refubium der Freien Universität Berlin.
4 | Mello Faria, P.; Camargo, L. N.; Carvalho, R. S. H.; Paludetti, L. A.; Velasco, M. V. R.; Gama, R. M. (2013): Hair Protective Effect of Argan Oil (Argania spinosa Kernel Oil) and Cupuassu Butter (Theobroma grandiflorum Seed Butter) Post Treatment with Hair Dye. Journal of Cosmetics, Dermatological Sciences and Applications, 3(3A), S. 40–44. DOI: 10.4236/jcdsa.2013.33A1006. Abruf am 08.01.2021.
5 | El Midaoui, A.; Haddad, Y.; Couture, R. (2016): Beneficial effects of argan oil on blood pressure, insulin resistance, and oxidative stress in rat. Nutrition, 32, S. 1132–1137. DOI: 10.1016/j.nut.2016.02.021. Abruf am 08.01.2021.