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Olivenöl: Was steckt hinter den Informationen auf dem Etikett?

Olivenöl: Was steckt hinter den Informationen auf dem Etikett?

Das Olivenöl-Etikett

In der Neuzeit oder eigentlich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Olivenöl zum Exportschlager. Ohne Frage auch Dank zahlreicher deutscher Italienurlauber und italienischer sowie spanischer Einwanderer. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergrößerten sich die Anbauflächen für Oliven in den Mittelmeerländern enorm. Viele neue Anbaugebiete kamen hinzu und so entstanden wiederum viele neue Olivenöle. Das allein war es jedoch nicht, was die EWG im Jahr 1991 veranlasste, die Qualitätsmerkmale von Olivenölen festzulegen. Durch die neuen Anbaugebiete entstand ein wahrer Oliven-Tourismus, in dem Oliven zur weiteren Verarbeitung zwischen den Anbauländern hin- und hergeschickt wurden. Letztlich war nicht mehr ersichtlich, woher das jeweilige Olivenöl kam. So etwa italienische Oliven, die in Spanien gepresst und vermarktet wurden und umgekehrt. Dazu wurden die Öle untereinander verschnitten und zur Quantitätssteigerung beispielsweise erhitzt.


Aus diesem Grunde hat die EU definiert, welche Informationen auf dem Etikett eines Olivenöls vorhanden sein müssen, damit sich der Verbraucher orientieren kann.

1. Marke und Logo


Wie alle Produkte im Handel besitzen auch Olivenöle Marke und Logo. Dabei muss gewährleistet sein, dass Logo und Marke nicht irreführend auf eine falsche Herkunft deuten. Zum Beispiel darf im Logo keine Italienische Landkarte vorhanden sein (denn dies würde auf die Herkunft Italien schließen), wenn das Olivenöl aus Spanien stammt.

2. Olivenölqualitätsstufen


Es ist vorgeschrieben, die Olivenölqualitätsstufe und deren Zusatzangabe anzugeben. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Natives Olivenöl extra – Zusatzangabe: erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen. Bei dieser Qualitätsstufe handelt es sich um die höchste Qualitätsstufe. Die Oliven müssen bei dieser Qualitätsstufe nach der Ernte schnell verarbeitet werden, der Säuregrad darf 0,8% nicht überschreiten und die Pressung muss „kalt“ also unter 27 Grad Celsius erfolgen. Außerdem darf das Olivenöl nur mechanisch aus den Oliven gepresst werden. Ein chemisches Verfahren zur Olivenölextraktion ist nicht zulässig. Hier erfahren Sie alles über die Herstellung von hochwertigem Olivenöl.
  • Natives Olivenöl – Zusatzangabe: direkt aus Oliven ausschließlich aus mechanischen Verfahren gewonnen. Der Säuregrad liegt hier bei max. 2%. Die Qualität der Oliven und des Öls ist bei dieser Qualitätsstufe bereits nicht mehr optimal. Deutliche Mängel im Geschmack und im Geruch liegen vor. Auch leidet der Gesundheitswert dieser Öle, da positive Inhaltstoffe nur noch wenig vorhanden sind.
  • Olivenöl bestehend aus raffinierten und nativen Olivenölen – Zusatzangabe: enthält ausschließlich raffiniertes Olivenöl und direkt aus Oliven gewonnenes Öl. Hier werden Pressrückstände alter Pressungen aus dem Olivenbrei chemisch gelöst, sowie anschließend raffiniert und mit Ölen der 2. Qualitätsstufe verschnitten. Meist schmecken diese Olivenöle ungenießbar. Daher werden diese entparfümiert. D.h., alle Geschmackskomponenten werden entfernt und ein geschmacksneutrales Öl entsteht. Von der Ursprünglichkeit eines Olivenöls hat sich dieses Produkt sehr weit entfernt. Auch besitzen diese Öle kaum bis gar keinen Gesundheitswert.
  • Oliventresteröl – Zusatzangabe: enthält ausschließlich Öl aus der Behandlung von Rückständen bei der Olivengewinnung und direkt aus Oliven gewonnenes Öl oder enthält ausschließlich Öl aus der Behandlung von Oliventrester und direkt aus Oliven gewonnenes Öl.


Öle mit der Bezeichnung: Lampantöl, Raffiniertes Olivenöl, Rohes Oliventresteröl und raffiniertes Oliventresteröl sind nicht im Handel zugelassen.

3. Herkunftsangabe


Die Deklaration des Ursprungs auf dem Etikett von nativem Olivenöl extra und nativem Olivenöl ist vorgeschrieben. Dabei wird zwischen folgenden unterschieden:

  • Geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP z.B. DOP Umbria): Diese Bezeichnung legt fest, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Produkts aus einem ganz bestimmten Gebiet nach anerkannten Verfahren erfolgen muss. DOP Öle besitzen einen ganz Regionen-typischen Geschmack und unterliegen den strengsten Qualitäts-Kontrollgremien. In Italien gibt es verschiedene DOP Bezeichnungen die je nach Region anders lauten. Zum Beispiel: Riviera Ligure in Ligurien, Terra di Bari in Apulien oder Garda Orientale im Veneto.
  • Geschützte geografische Angabe (IGP z.B. Toscano IGP): Im Gegensatz zur Ursprungsbezeichnung DOP reicht es hierfür aus, dass nur eine Herstellungsstufe (also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung) in einem definierten Gebiet erfolgt.
  • EU Mitgliedstaat: Stammt ein Olivenöl aus der EU darf z.B. die Bezeichnung Italien oder Europäische Union verwendet werden. Stammen die Oliven und die Produktion beispielsweise ausschließlich aus Italien darf auch die Bezeichnung 100% Italiano gewählt werden.
  • Drittland: Stammen die Oliven aus einem Land außerhalb der EU (z.B. Tunesien) müssen diese entsprechend deklariert werden.

4. Bio Kennzeichnung


Sind Olivenöle Bio zertifiziert gelten folgende Deklarationen auf dem Etikett:

  • Stammt das Olivenöl aus einem bestimmten Land steht z.B. der Verweis „Italienische Landwirtschaft“ auf dem Etikett.
  • Bei Bio Olivenölen die aus verschiedenen europäischen Regionen stammen, findet man den Verweis „EU Landwirtschaft“ auf dem Etikett.
  • Biologische Olivenöle aus „Nicht-europäischen Staaten“ werden mit „Nicht-EU-Landwirtschaft“ gekennzeichnet.

Zusätzlich muss die Codenummer der Kontrollbehörde, sowie die Herstellernummer genannt werden. Beispiel: IT-BIO-006

5. Erntejahr


Das Erntejahr muss nicht auf dem Etikett erwähnt werden. Falls sich ein Hersteller jedoch dafür entscheidet, darf dies nur bei den beiden Qualitätsstufen natives Olivenöl extra und natives Olivenöl geschehen.

6. Erste Kaltpressung


Freiwillige Herstellerangabe. Allerdings ist dies nur zulässig, wenn das Olivenöl aus Oliven gewonnen wurde, welche mittels mechanischer Verfahren gepresst wurden. Außerdem muss der Pressvorgang unter 27 Grad Celsius erfolgen. Das heißt also auch hier: Die Angabe darf nur auf Olivenölen der Qualitätsstufe natives Olivenöl extra und natives Olivenöl gemacht werden.

7. Geschmack


Zulässig sind folgende Geschmacksformulierungen, welche allerdings nur auf einem nativen Olivenöl extra oder einem nativen Olivenöl vorzufinden sein dürfen:

  • Fruchtig
  • Bitter
  • Scharf

Diese Begriffe dürfen mit folgenden beschreibenden Attributen wie,

  • intensiv
  • mittel
  • leicht

verbunden werden. Welche Geschmacksbezeichnung gewählt werden darf, wird von unabhängigen Geschmacks- Paneltests geprüft. Je nachdem welcher Wert in diesen Tests erreicht wird, fällt das Olivenöl in eine bestimmte und verbindliche Geschmacksklasse.

Andere Begriffe wie zum Beispiel „delicato“ sind (auch wenn häufig verwendet), nicht zulässig.

8. Hersteller


Jeder Lebensmittelunternehmer welcher Olivenöl auf den Markt bringt ist gezwungen seine Anschrift auf dem Etikett anzugeben.

9. Säuregehalt


Die Nennung des Säuregehalts ist auf freiwilliger Basis nur dann zulässig wenn im gleichen Zug auch Peroxidwert, Wachsgehalt und UV Absorption erwähnt werden. Die meisten Hersteller verzichten aufgrund von Kosten darauf diese Angabe zu machen. Denn naturbedingt kommt es bei jeder Ernte zu Schwankungen im Ergebnis und das würde bedeuten, dass jedes Jahr neue Etiketten gedruckt werden müssten.

10. Nährwerttabelle


Seit Dezember 2016 muss die Nährwerttabelle auf allen Olivenölen vorhanden sein.



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